Kleinwerther

Die heutige Filialkirche von Kleinwerther wurde 1572 von Philipp von Werthern erbaut und ist kunsthistorisch die bedeutendste Dorfkirche im Ki rchenkreis. In der Senke des alten Dorfkerns gelegen, ist der mächtige Turm mit barocker Haube in der vorgelagerten Hügellandschaft der Hainleite weithin sichtbar. Die erste urkundliche Erwähnung von Kleinwerther (Horewertere) 

im 11 Jh. lässt auf eine romanische Vorgängerkirche schließen. Der rechteckige Turm ist in der Breite des Kirchenschiffes diesem im Westen vorgelagert und im Innern mit einer Bogenöffnung über die gesamte Raumbreite und in der Höhe über zwei Emporengeschosse mit dem Langhaus verbunden. Der Chorabschluss im Osten wird bestimmt durch drei weit heruntergezogene Fenster mit Spitzbogen ohne Maßwerk. Die ursprünglich bemalte Holzdecke im Langhaus ist im letzten Jahrhundert durch eine Stuckdecke ersetzt wurden.

Als Kunstgut von überregionaler Bedeutung ist die Ausstattung des Innenraumes mit Kanzel, Altar und Epitaph im gelben Sandstein. Im Stil der ausgehenden Renaissance ist hier eine Vielzahl von Reliefbildern und freistehenden Figuren geschaffen worden, deren Schöpfung der Erfurter Steinmetzfamilie Friedemann zugeschrieben wird. Besonders bemerkenswert ist die Darstellung des jüdischen Passamahles unter dem letzten Abendmahl Jesu am Altar. Sehr schön ist ebenfalls die Kanzel, die auf der gebückten Sandsteinfigur des Moses ruht, dessen Gesetzestafeln die zehn Gebote des lutherischen Katechismus aufweisen. Die Brüstung der Treppe ist mit Kartuschen besetzt, die der eigentlichen Kanzel mit Hochreliefbildnissen der vier Evangelisten. Der sonst vor dem Altar schwebende Taufengel ist  zZt. noch ausgelagert.

Fast die gesamte Nordseite des Altarraumes nimmt bis zur Decke das Grabmal des kursächsischen Rats Philipp von Werthern und seiner Frau Anna ein. In vielerlei Figuren und Symbolik wird hier vom Glauben erzählt. Um alles zu entdecken, was der Steinmetz erzählen will, muss man sich Zeit nehmen. Da der Sandstein, aus dem es gearbeitet ist, ein sehr weicher Stein ist, schritt die Verwitterung an der Ausstattung, nicht zuletzt durch den in den 80‘iger Jahren katastrophalen Bauzustand des Daches und der Decke, immens fort. Die Kirche musste aufgrund von Einsturzgefahr geschlossen werden. Die Sicherung des Daches war der erste Schritt der 1992 beginnenden Sanierungsarbeiten. Da-mit konnte die Innenausstattung gerettet werden. Sie wurde z.T. ausgelagert und restauriert. Diese Sanierung ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Eine Stiftungsgründung ermöglichte die Beschaffung der benötigten Gelder. Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet spendeten &  spenden für die Erhaltung der Kirche. Nach und nach geht die Restaurierung voran. Mittlerweile erstrahlt das Innere der Kirche in neuem Glanz. Die Beschaffung neuer Glocken, die Restaurierung der Orgel und die Rückkehr des Taufengels sind weitere Schritte auf dem Weg der Wiederherstellung der Kirche. Dies vollzieht sich allerdings langsam, da die Gelder nur noch spärlich kommen. Ein Besuch in der Kirche lohnt sich F/

Er ist zu den Gottesdienstzelten oder zum Tag des offenen Denkmals besonders zu empfehlen

 

Quelle: Gemeindeblättchen der ev. Gemeinden Günzerode, Hochstedt, Klein- und Großwerther, Kleinwechsungen, Hesserode und Hörningen

Nr.49    9.Jahrgang   Februar/März 2006

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Hesserode, den 28. März 2017

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