Hochstedt

Urkundlich wird Hochstedt 1320 erwähnt, als der Ritter Burchard von Aschasserderod (Ascherode?) die Hälfte seines Fischteiches bei dem Dorfe „Hochstete“ dem Kloster Walkenried übertrug.

Im 14. Jahrhundert hatte das Dorf jährlich 8 Fuhren Steine zur Pfingstzeit an den „Rat zu Nordhausen“ abzuliefern und später Zinsen an das Kloster Ilfeld zu entrichten. Vor beiden Weltkriegen hatte Hochstedt oft mehr 100 Einwohner und damals fast genauso viele Kirchgemeindeglieder. Hochstedt war ein reines Bauerndorf. Kirchlich gehörte Hochstedt mit Kleinwechsungen zum Pfarrbezirk Hesserode.

Als ich (Pfarrer Lerchner) 1958 die Pfarrstelle Hesserode übertragen bekam, gehörten 80 Gemeindeglieder zur Kirchengemeinde Hochstedt. Die 1831 von Baurat Suüler konzipierte Kirche (mit mehr als 100 Sitzplätzen!) befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Die Balken der tragenden Dachkonstruktion waren vom Holzbock befallen und zerstört. Drei der vier Eckpfeiler kippten bedingt durch Bodensenkungen nach außen weg. 1964 wurde die Kirche baupolizeilich gesperrt. Weder Material, noch Geld oder Baufirmen stellten die damaligen staatlichen Stellen für die Großreparatur zur Verfügung. Auf Antrag des Gemeindekirchenrates wurde dem Abriss der Kirche von Konsistorium und Denkmalpflege zugestimmt, da die „große Schwester“ in Nordhausen-Salza in baulich gutem Zustand vorzufinden war und ist. (Beide Kirchen hatten den gleichen Baustil und Grundriss.)

Dem Neubau der kleinen Kapelle stimmten die staatlichen Stellen nur unter der Maßgabe zu, dass die Kirchengemeinde weder Baufirmen, noch kontigentiertes Baumaterial - dazu gehörten auch keine Gelder vorn Staat - in Anspruch nahm. Unter Leitung des Maurerpoliers  Hermann Beyermann bauten wir dann mit eigenen Kräften an den Wochenenden die Kapelle.

Die Bausumme von insgesamt 22.000 DDR-Mark wurde durch Opfer der Gemeindeglieder,-(fast alle Gemeindeglieder beteiligten sich mit Geldspenden oder Aufbaustunden)  - durch Hilfe des Ev. Konsistoriums in Magdeburg und durch Unterstützung des Gustav-Adorf-Werkes erbracht. Am 30. Juni 1968 konnte die Kapelle durch Probst Hoffmann, Nordhausen, eingeweiht werden.  Etwa 150 Erwachsene und Kinder nahmen an dem Festgottesdienst und der anschließenden Festversammlung auf dem neben der Kapelle liegendem Grundstück der Familie Karl Quensel teil. 

Am 9.Mai 1993 feierte die Gemeinde Hochstedt im großen Festzeit gemeinsam mit der Partnergemeinde Altenbochum das 25-jährige Bestehen der Kapelle. Zu diesem Anlass wurde die Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden Hochstedt und Altenbochum urkundlich besiegelt.

 

Quelle: Gemeindeblättchen der ev. Gemeinden Günzerode, Hochstedt, Klein- und Großwerther, Kleinwechsungen, Hesserode und Hörningen

Nr.45    8.Jahrgang   Juni/Juli 2005

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Hesserode, den 17.Juli 2017

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